Reinsdorfer bringen frischen Wind in alle Welt

27. August 2015

Mit der Produktion von Wärmetauschern - hier Mathias Helmrich bei der   Dichteprüfung - hat die Firma Paul begonnen. Inzwischen hat sie ihre   Produktpalette deutlich erweitert. (Foto: Ralph Köhler)

Freie Presse Zwickau (26.08.2015), von Sara Thiel: 
Das Unternehmen Paul Wärmerückgewinnung braucht dringend mehr Platz. Jetzt möchte die Firma für 2,5 Millionen Euro ihre Produktions- fläche verdoppeln.

Reinsdorf. Es läuft gut für die Paul Wärmerückgewinnung in Reinsdorf: Derzeit sind die Mitarbeiter in drei Schichten eingesetzt - und es könnte noch mehr sein, sagt Geschäftsführer Michael Pitsch. Der Hersteller von Wärmetauschern und Lüftungsgeräten hat Aufträge aus ganz Europa und möchte nun auch in Amerika einen größeren Einfluss gewinnen.

Die Voraussetzungen dafür sollen in nächster Zeit in Reinsdorf geschaffen werden: "Wir wollen unsere Produktionsfläche verdoppeln und gleichzeitig unsere Logistik verbessern", sagt Pitsch, dessen Firma sich der Schweizer Zehnder-Gruppe angeschlossen hat. Für die Erweiterung hat das Unternehmen einen Bauantrag bei der Gemeinde gestellt, um eine weitere 2300 Quadratmeter große Halle im Gewerbegebiet zu errichten. Anders als das Verwaltungsgebäude wird das kein Passivhaus, sondern eine Halle im Niedrigenergiestandard. Das ist immer noch umweltfreundlicher als die meisten Neubauten.

Aber da sehen sich Pitsch und seine Mitstreiter in der Pflicht: Immerhin verkauft das Unternehmen - teils auch noch unter eigenem Namen - die Herzstücke für die Frischluftzufuhr in Passiv- und Niedrigenergiehäusern. Und das mit stetig wachsendem Erfolg.

Der Umsatz hat sich Pitsch zufolge in den vergangenen zehn Jahren verzehnfacht. "In diesem Jahr werden wir bei etwa 15 Millionen Euro rauskommen", sagt der Geschäftsführer. In den kommenden fünf Jahren könnte sich der Umsatz noch einmal verdoppeln. Auch die Anzahl der Mitarbeiter ist gestiegen - von 70 auf aktuell 100. "Langfristig können es 150 werden. Aber das passiert erst in den nächsten Jahren."

Zur Mannschaft gehören auch sechs Ingenieure, drei davon Absolventen der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Die optimieren die bestehenden Produkte, arbeiten aber auch an Neuentwicklungen. "Unser Vorteil: Wir sind für Experimente offen." Neu auf dem Markt ist beispielsweise ein kleiner Lüfter, der in ein Fenster eingebaut wird. Großen Erfolg feierte das Unternehmen mit einem Wärmetauscher, der auch Feuchtigkeit überträgt - für bessere Luft im Winter und weniger Stromverbrauch bei Klimaanlagen. Diese Entwicklung kam in Zusammenarbeit mit einem kanadischen Unternehmen zustande.

Das Geschäft läuft: Das hat auch damit zu tun, dass die Reinsdorfer ihre Geräte nicht nur über ihren Mutterkonzern verkaufen. "Wir beliefern auch Mitbewerber. Sie beziehen von uns die Wärmetauscher, die sie in ihre eigenen Anlagen einbauen", sagt der Geschäftsführer. Langfristig hofft er, dreimal so viele Geräte herzustellen wie das bisher der Fall ist.

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Mit der Produktion von Wärmetauschern - hier Mathias Helmrich bei der Dichteprüfung - hat die Firma Paul begonnen. Inzwischen hat sie ihre Produktpalette deutlich erweitert. (Foto: Ralph Köhler)

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